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16.09.2014, 20:30 Uhr | www.merzig.de
„Mensch. Macht. Milch.“
Ausstellung im Rathausfoyer der Kreisstadt Merzig
Milch steht am Anfang unserer Ernährung. Gleichzeitig kämpfen Milchbauern in der so genannten 3. Welt als auch in Deutschland um ihr Überleben. Spektakuläre Protestaktionen wie das Ausschütten von Milch auf Feldern machen die Verzweiflung deutlich. Dies und die Alternativen zur Misere sind Thema der Ausstellung „Mensch. Macht. Milch.“, die seit Dienstag 16. September bis  zum 7. Oktober 2014 gezeigt wird. Veranstalter sind die Aktion 3. Welt Saar und der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (LV Saarland) in Zusammenarbeit mit der Kreisstadt Merzig und der Evangelischen Kirchengemeinde Merzig. „Mensch. Macht. Milch.“ portraitiert Milchbauern und –bäuerinnen in Frankreich, Deutschland, Kamerun und Burkina Faso. Sie erzählen von ihren Hoffnungen, Träumen und Schwierigkeiten. Obwohl geographisch weit auseinander, sind sie sich sehr nah.
J.Weber für Marcus Hoffeld

Die hiesige Milch-Überproduktion wird als Kondensmilch und Milchpulver nach Westafrika exportiert und zerstört dort die Lebensgrundlagen von Milchbauern. Dagegen regt sich weltweit Widerstand. In Paraguay werden Bauern enteignet, um riesige Flächen mit Soja zum Export als Futtermittel für deutsche Kühe anzubauen. Wäre eine bäuerliche statt einer industriellen Landwirtschaft eine Lösung? Weltweit hungern fast eine Milliarde Menschen. Alleine mit den in Europa und Nordamerika weg geworfenen Lebensmitteln könnten diese Menschen dreimal satt werden. Die Ausstellung ist ein Plädoyer für eine bäuerliche, vielfältige, lokal angepasste und regionale Lebensmittelerzeugung. Sie sieht in der exportorientierten und industrialisierten Landwirtschaft keine Zukunft. Denn diese zerstört Artenvielfalt und erzeugt Hunger. Sie zeigt auch Gemeinsamkeiten im Leben von Bauern und Bäuerinnen hier und in der so genannten 3. Welt. Und sie plädiert dafür, dass Bauern und Bäuerinnen an der Wertschöpfung ihrer Produkte beteiligt sind.

Der Hausherr des Ausstellungsortes, Bürgermeister Marcus Hoffeld, begrüßte zur Eröffnung der Ausstellung im Rathausfoyer zahlreiche Interessierte sowie den Minister für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlandes, Reinhold Jost, den Vertreter des Bundverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM); LV Saarland Joachim Boesen, die Vorsitzende der Aktion 3. Welt Gertrud Selzer, zahlreiche Stadtratsmitglieder und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, die mit der Organisation und Betreuung der Ausstellung betraut waren. Hoffeld erwähnte, dass die Ausstellung „Milch. Macht. Milch.“ thematisch in einer ähnliche Spalte bleibe, wie die letzte Ausstellung „Fair gess – Denn Du isst nicht allein“. „Mensch. Macht. Milch.“ beschäftige sich allerdings genauer mit den Problemen der heutigen Bauern im Bezug auf die Landwirtschaft und speziell mit der Milchviehhaltung, Milchherstellung und Milchvertrieb sowie den Auswirkungen auf die Länder der Dritten Welt. Auch diese Veranstaltung sei ein weiterer Baustein in der Merziger Konzeption „lokal, regional, bio – Merzig hadelt fair“ genauso wie der Markt der Köstlichkeiten oder weitere Fair-Trade Aktionen der Stadt Merzig. Das Dankeschön des Bürgermeister ging dabei an die Initiatoren der Ausstellung, die Aktion 3. Welt im Rahmen des Projektes „Erna goes fair“, dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, der evangelischen Kirchengemeinde mit Pfarrer Klaus Künhaupt und den Kollegen der Stadtverwaltung. Außerdem bedankte er sich bei den Unterstützern der Kampagne und hier besonders beim Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz mit Reinhold Jost an der Spitze. Der Minister zeigte sich froh in seiner Funktion der Aktion helfen zu können, ihre Ziele zu verwirklichen. Im Saarland sei die Landwirtschaft in einer schwierigen Situation, so sei z.B. das Produkt Milch unter Wert im Handel. Der Minister machte deutlich, dass er dafür Sorge tragen wolle, dass das Thema Landwirtschaft im Saarland wieder eine Zukunft habe. Joachim Boesen, der Vertreter des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter berichtete den Anwesenden von seinen Erlebnissen mit Bauern und Bäuerinnen aus den so genannten 3. Welt Ländern. Danach stellte er die Frage was wir hier in Deutschland für eine Landwirtschaft wollen. Eine Landwirtschaft mit Großbetrieben und Investoren oder eine bäuerliche Vertriebsstruktur mit der Garantie für Qualität. Die Vorsitzende der Aktion 3. Welt Saar, Gertrud Selzer, schilderte den Anwesenden Gästen detailgenau die Vorgänge in den betroffenen Ländern. Mit der Ausstellung „Mensch. Macht. Milch.“ gehe man einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Wenn alles was man sich hierbei vorgenommen habe beherzigt werde, mache man einen gewaltigen Schritt hin zum Ende des Hungers in der Welt. Frau Selzer führte weiter aus, dass man seitens der Aktion 3. Welt und dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter diese Ausstellung nach Merzig geholt habe und dabei ein umfangreiches Begleitprogramm auf die Beine gestellt habe. Dies alles sei nur möglich gewesen durch die sehr angenehme Zusammenarbeit mit der Kreisstadt Merzig, der Evangelischen Kirchengemeinde Merzig und dem Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.

Neben der Ausstellung bietet der Veranstalter außerdem eine Hofbesichtigung, einen Vortrag über Saatgut im evangelischen Gemeindezentrum sowie ein Milchfrühstück mit Gottesdienst zum Erntedankfest an. Genauere Informationen erhalten sie im Rahmen der Ausstellung im Rathausfoyer noch bis 07. Oktober 2014 zu den Öffnungszeiten des Rathauses der Kreisstadt Merzig.

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